Geschichte der 4 Schlösser von Sion

Die Stadt Sitten ist in das Rhonetal eingebettet. Ihre topographische Besonderheit sind ihre in die Landschaft ragenden Hügel. Sie waren seit Urzeiten von Menschen besiedelt, die auf ihnen Beobachtungs- und Verteidigungsanlagen errichteten.

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Valeria war, um es gleich klarzustellen, eher eine Burg als ein Schloss: Seit dem Beginn des Mittelalters und bis ans Ende des 18. Jahrhunderts war sie der Sitz des Ehrwürdigen Domkapitels, das dem Bischof beratend zur Seite stand und bei der Leitung des Bistums unterstützte. Im Mittelalter wurde das Domkapitel von etwa dreissig Domherren gebildet, die jedoch nicht in einer Gemeinschaft lebten. Jeder besass sein eigenes Haus. Die zur Kirche führenden Gebäude dienten ihnen als Wohnsitz und bildeten eine kleine Siedlung. Die Unebenheiten des Hügelreliefs, ergänzt durch diverse Festungsanlagen (Ringmauern, Ecktürme, Innentore ...), begrenzten den Zugang zu der Festung und insbesondere zu dem Sakralbau als letzter Fluchtburg der Verteidigung. Mehrere Anlagen, wie eine Wasserzisterne, die mit ihrem spitzen Dach noch heute zu sehen ist, oder eine Getreidemühle, gestatteten es übrigens, bei Bedarf autark auf der Burg zu leben (Belagerung, Epidemie…).

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Hinter diesem Gebäude befand sich die Zisterne, in der das von den Dächern herabrinnende Regenwasser gesammelt wurde. Sie stellte bei Belagerungen eine gewisse Autonomie sicher. Die Kapelle rechts, das Juwel des Schlosses, wurde zur gleichen Zeit gebaut wie die Ringmauer, an die sie angrenzt. Der Eckturm dürfte ihr übrigens als Glockenturm gedient haben. Sie besteht aus zwei Jochen: das erste war dem Hof des Bischofs vorbehalten, in dem zweiten mit einem Spitzbogengewölbe stand der geweihte Altar.

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Die beiden im 13. Jahrhundert erbauten Türme sind nach Offizieren des Bischofs, dem Major und dem Viztum, benannt, die diese Türme bewohnten. In 1373 kaufte Bischof Guichard Tavel den Turm des Majors. Dieser wurde daraufhin während vier Jahrhunderten zum Hauptsitz der Bischöfe von Sitten. In der seither regelmässig renovierten Majoria sind aber noch etliche bischöfliche Ausbauten erhalten, wie der von Adrien Ier de Riedmatten (1529-1548) in Auftrag gegebene Kaminsaal. In diesem Saal wurde während des Ancien Régime ein Grossteil der Sitzungen des Walliser Landtags abgehalten. Bemerkenswert sind auch die prächtigen mit Stuckleisten verzierten Türrahmen an den Saaleingängen.

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Das Schloss Montorge ist das Symbol der unablässigen Kämpfe, die während des ganzen Mittelalters zwischen den Bischöfen von Sitten und den Grafen von Savoyen ausgetragen wurden. Es wurde 1233 von Aymon de Chablais, dem Sohn des Grafen von Savoyen, erbaut, der so das Rhonetal und den Durchzug ins Oberwallis kontrollieren wollte. Für den Bischof von Sitten stellte es eine echte Provokation dar, denn es war ein Übergriff auf seine Ländereien. Die Errichtung dieser Festung auf bischöflichem Territorium hatte deshalb blutige Kämpfe mit dem Haus Savoyen zur Folge. Sie endeten schliesslich mit der Einnahme des Schlosses durch den Bischof Henri de Rarogne in 1264.

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choeur

Chor der Basilika

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